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Die
Aromatherapie ersetzt nicht die Abklärung ev. organischer Erkrankungen
durch den Tierarzt. Sie ersetzt auch nicht ein gezieltes Training in der
Verhaltenstherapie. Aber sie kann sehr oft als Unterstützung und
Begleitung von ärztlichen bzw. Trainingsmaßnahmen eingesetzt werden!
Philosophie:
Ein Tag ohne Duft ist ein verlorener Tag, das
sagten schon die alten Ägypter. Doch Vorsicht was für uns Mensch
herrlich duftet ist nicht unbedingt einer Hundenase zumutbar.

Seit über zwanzig Jahren befasse ich mich,
durch meine Ausbildung als Drogistin, intensiv mit der Anwendung von
Kräutern und ätherischen Ölen zur Steigerung des Wohlbefindens und in
der Gesundheitsprophylaxe. Das Sammeln in der Natur, das
Anpflanzen von Heil- und Gewürzkräutern, das Ernten, Trocknen und
Aufbereiten stellt für mich einen Lebensfixpunkt dar. Kräuter, frisch
oder getrocknet, stehen in unserem Haus auf dem täglichen Speisplan von
Menschen und Hunden. Die verschiedenen Wirkstoffe die in Blüten, Blättern,
Rinden und Wurzeln in ihrer natürlichen Form enthalten sind, kann sich
jeder Mensch zu Nutze machen.
Doch heute möchte ich die Aufmerksamkeit auf die aus den Pflanzen
gewonnenen ätherischen Öle und ihre Anwendungsmöglichkeiten lenken.
Erfahrung
Durch die altersbedingten Leiden und
Wehwehchen meiner Hündin Ronja habe ich mich intensiv mit den
Einsatzmöglichkeiten der Phyto- und Aromatherapie bei Hunden beschäftigt
und die nicht zu unterschätzende Wirkung einige Jahre beobachten können.
Eine überaus positive Reaktion im Bereich der Verhaltenstherapie zeigt
mir
auch meine aus Griechenland stammende Hündin Gipsy.
Als sie mir im Alter von 2 1/2 Jahren gebracht wurde, leidet sie bedingt
durch
Vernachlässigung, mangelnde Prägung- und Sozialisierung sowie durch
schwere Misshandlung unter starker Ängstlichkeit und Verhaltensarmut in vielen
alltäglichen Lebensbereichen. Begleitend zum täglichen Training, setzte
ich sanft und wohldosiert ätherische Öle zur Entspannung, zur Steigerung
des Selbstvertrauens und zur Stärkung der Konzentrationsfähigkeit ein.
Sie hat gelernt auf einen bestimmten Duft mit völliger Entspannung zu
reagieren, auf einen anderen wieder mit freudiger Erwartung auf die
bevorstehenden Ereignisse.
Wirkung
Beim Einatmen gelangen Duftmoleküle zur
Reinigung, Erwärmung und Befeuchtung in den Nasenvorraum. Von dort
geht's weiter zur Riechschleimhaut und den darunter liegenden
Riechnerven. Die Reise geht über diese Nerven weiter zum Stammhirn, dort treffen die zu elektrischen Impulsen umgewandelten Düfte im "Limbischen
System" ein und sorgen dafür, dass neurochemische Stoffe ausgeschüttet
werden. Dazu gehören unter anderem die schmerzstillenden Wohlfühlstoffe
Endorphin und Encephalin oder auch das entspannende Serotonin. Das
Limbische System ist bei Mensch und Tier zuständig für Stimmungen,
inneren Antrieb und für ein funktionierendes vegetatives Nervensystem.

Anwendung
Wertvolle Dienste leistet die Aromatherapie
vor allem in der Verhaltenstherapie. Der richtige Duft beziehungsweise die richtige
Duftmischung kann Angst reduzieren, Anspannungen lösen, Aggressionen,
Stress und Nervosität mindern sowie Konzentration und Lernwilligkeit
fördern. Es erleichtert die Arbeit in der Verhaltenstherapie, wenn sich
das Tier wohler fühlt, aufnahmefähiger ist und bereitwilliger mitmacht.
Beachtenswerte ist auch der Einsatz von ätherischen Ölen in der
Ungeziefer- und Zeckenprophylaxe.
ACHTUNG: Der Mensch hat ca. 5 Millionen
Riechzellen, der Hund bringt es auf ca. 220 Millionen Riechzellen und
hat damit eindeutig die Nase vorn!
Deshalb Vorsicht bei der Dosierung.
Weniger ist mehr und vor allem nur hundertprozentig reine und
biologische ätherische Öle anwenden. Durch die hohe Konzentration ist es
bei fast allen Ölen von Vorteil ein so genanntes neutrales Trägeröl,
z.B. kosmetisches Olivenöl, zur Verdünnung zu verwenden. |